DJ.Franky S Ihr mobiler DJ aus Knittelsheim in der Südpfalz

Warum sind DJs so teuer?

Ich werde immer wieder angesprochen, dass der Nebenjob als DJ ja richtig was  abwirft. Und warum ich dann noch hauptberuflich Arbeiten gehe?

Auf dieser Seite möchte ich mal zeigen, wie eine Kalkulation für einen DJ aussieht, welcher mit einer kleinen Anlage und etwas Licht kommt. Die Anlage reicht für etwa 80 Personen. Die Preise der Geräte sind mittlerer Güte, kein billiger Plunder, aber auch keine Profi-Qualität.
Diese Kalkulation ist ein Musterbeispiel und nicht auf mich bezogen! Es ist ein allgemeines Beispiel.

Anlage

PA-Endstufe (Verstärker) 700
Mischpult 400
Boxen 900
Stative  90
Rack 10/12  190
Mikrofon 80
Funkmikrofon  270
Racklampe  25
Kopfhörer  50
Doppel-CD-Player  390
Boxenkabel (mehrere Längen)  100
Mikrofonkabel  30
Stromkabel  70
Transportkisten für Kabel und Kleinmaterial  30
Summe  3325

Lichtanlage

4 x Par 56 Scheinwerfer mit Leuchtmittel  120
Stativ mit Quertraverse  45
Kleine Nebelmaschine  45
Lichteffekt-Kugel  85
Lichteffekt-Flower  70
Lichtsteuergerät  150
Dimmerpack  85
Summe 600

Sonstiges

Dekomaterial (Stoffe u.s.w.)  40
Ersatzgeräte   
PA-Endstufe einfach für Notfall  250
Ersatzteile Boxen  150
Ersatzteile Lichtanlage  40
Summe 480
   
Gesammtsumme  4405,-

Ich gehe davon aus, dass dieser DJ schon privat einen Kombi besitzt. Zudem gehe ich davon aus, dass er eine Garage besitzt, welche als Lagerraum dient.

Anzunehmen ist ferner, dass unser DJ eine private CD-Sammlung hat, welche er nicht mehr anschaffen muß.

Diese Punkte lasse ich einmal in der Berechnung unbeachtet.

Nach meiner Erfahrung sind die Anlagen im mittleren Preissegment nach 50-60 Einsätzen auszutauschen, da sie dann unsicher werden. Es ist besser, sie dann zu verkaufen und den Erlös (etwa 30% ca. 1400.-) dann wieder zu Investieren.

Unser DJ geht in dieser Rechnung 25-30 mal im Jahr Musik machen.

Ich lege die Kalkulation also auf zwei Jahre und 50 Veranstaltungen aus.

Das bedeutet 4400.- Kapitalbindung auf zwei Jahre und 3000.- Wertverlust.

Hätte unser DJ die 4400.- bei der Bank angelegt würde er etwa 4% Zinsen erhalten.

Dann würde er 352.- an Zinsen erhalten.

Das macht dann einen Gesamtverlust von

3352,– Euro

Teile ich das jetzt durch 50 Veranstaltungen, so muss unser DJ nur für die Anlage schon 67,04 berechnen.

67,04 Anlage

Instandhaltung

Für Reparaturen berechne ich 1% der Anschaffungskosten. Da die Geräte ständig transportiert werden und dann oft wechselnden Temperaturen ausgesetzt sind, Sommer wie Winter, ist das nicht viel. Das mit der Garantie klappt nur selten, da es meistens heißt: “Runtergefallen, feucht geworden oder überlastet.”

Unter diesem Posten verbuche ich auch Reinigungskosten für Kleidung und Dekostoffe sowie Batterien für die Funkmikrofone oder defekte Kabel 1% macht

44,05.-Instandhaltung

Musik

Sollte unser DJ auch nur etwas aktuell bleiben, so muss er CDs kaufen. Ich nehme mal an, dass er sich zwei Doppel-CDs im Monat gönnt,jeweils so für 25.-.

50.- mal 48 Monate durch 50 Veranstaltungen =

48.- CDs

Fahrtkosten

Ich gehe jetzt davon aus, dass unser DJ regional unterwegs ist, und er keine Fahrten über 40 Kilometer macht.

Durchschnittlich liegen seine Fahrten bei 25 Kilometer einfache Strecke.

25 km x 2 x 0.30.- =

15.- Fahrtkosten

Werbekosten

Visitenkarten, Werbeaufkleber an Anlage und Auto, Telefonkosten, Internetseite.

Diese Dinge nach Veranstaltungen aufzuteilen ist nicht so einfach. Also nehme ich eine Pauschale von

5.- Werbekosten

Zeiten

Veranstaltungsbeginn 19:00 Uhr, Veranstaltungsende 02:00 Uhr

Uhrzeit  
16:30 – 17:00 Fahrzeug beladen
17:00 – 17:30 Duschen und Anziehen (keiner mag einen riechenden DJ) 
17:30 – 18:00 Anfahrt zum Veranstaltungsort
18.00 – 18.45  Ausladen, Aufbauen und Einstellen 
19.00 – 02.00  Veranstaltung 
02.00 – 02.30  Abbauen 
02.30 – 03.00  Heimfahrt
03.00 – 03.30  Ausladen und einlagern 
  Das sind 11 Stunden! 
CDs kaufen mit Probehören  2 Std.
Geräte pflegen und warten  1 Std.
Internetseite  
Kundenpflege /- Gespräche 1 Std.
   
Das macht pro Veranstaltung  15 Stunden

Unser DJ möchte gerne 10.- Euro netto pro Stunde verdienen. Sein Gewerbe rechnet er als Kleinstgewerbe beim Finanzamt ab. Das bedeutet, dass er nur seine Einkommenssteuer zahlen muss, keine Mehrwertsteuer.

Die Sache mit den Abschreibungen der Geräte lasse ich mal raus, denn dafür benötigt er einen Steuerberater und der kostet in etwa das, was er an Erlös durch Abschreibung hat. Machen muss er es trotzdem.

Unser DJ hat in seinem Hauptberuf mal nicht so ein hohes Einkommen und somit einen progressiven Steuersatz von etwa 20%. Will er nun 10 Euro netto bekommen, muss er 12,5.- pro Stunde ansetzen.

12,50 € x 15 Std. = 187,50 €

So dann rechnen wir mal zusammen

Abschreibung Anlage  67,04
Instandhaltung  44,05
CDs  48,-
Fahrtkosten  15,-
Werbekosten  5,-
Lohnkosten bei 10 Euro netto  187,50
   
Gesamtsumme 366,90

So, jetzt wissen Sie, was ein DJ nehmen muss, um 10 Euro Stundenlohn zu erhalten.

Aber jetzt mal eine andere Frage: Wer arbeitet Nachts am Wochenende für 10 Euro?

Das eigentliche Geld welches den Stundenlohn nach oben bringt sind die Stunden nach Zwei Uhr und der sorgsame Umgang mit dem Material, sowie das Abliefern einer guten Qualität. Nur dann kann man auch mehrere Termine machen und somit die Kosten senken.

Ich versuche auf einen Stundenlohn von 15 Euro zu kommen. Und ich denke das ist fair. Erreichen kann ich das, indem ich die Stimmung so lange wie möglich oben halte und somit mehr Stunden mache, sowie öfter als 25 mal im Jahr unterwegs bin. Zudem leihe ich die Anlagen so oft wie möglich aus. Nur dadurch ist es mir möglich gute Qualität zu einem fairen Preis anzubieten.

Und denken Sie bitte immer daran: Sollten sie auf einen DJ treffen der sehr günstig ist, dann ist er entweder nicht gut, hat sehr schlechte Technik, oder kann nicht rechnen.